Fragen und Antworten
Ist die Freimaurerei ein Geheimbund?
Nein. Die Freimaurerlogen sind rechtlich gesehen Vereine. Nichts, was in den Logen gesagt oder getan wird, verstösst gegen ein Gesetz, gegen Menschenwürde, Religion, Anstand und Moral. Das schliesst die Schweigepflicht nicht aus. Diese verlangt von den Freimaurern, über das rituelle Brauchtum mit Aussenstehenden nicht zu sprechen.
Wie steht es mit der Meinungsfreiheit?
Für die Freimaurer ist die Meinungsfreiheit die Grundlage für das ganze gesellschaftliche Leben. Die Freimaurerei als Organisation fasst keine Beschlüsse zu politischen oder anderen Angelegenheiten. Sie erteilt dem Freimaurer weder Aufträge noch Verhaltensanweisungen. Der Einzelne soll in eigener Verantwortung wirken und entscheiden.
Was ist der Sinn und Zweck der Freimaurerei?
Die Freimaurerei ist eine Lebensschule - eine Schule der Menschlichkeit. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt und setzt sich seit ihrer Gründung für Brüderlichkeit, Menschenrechte und Würde aller Menschen ein. Bei ihren Zusammenkünften arbeiten die Freimaurer daran, diesen Idealen näher zu kommen. Dazu gehört auch die Wohltätigkeit - die Hilfe für den Nächsten, wo immer sie nötig ist. Auf der ganzen Welt unterstützen Freimaurerlogen Hilfsorganisationen, Projekte oder einzelne Bedürftige. Einige Logen unterhalten Altersheime, Kinderkrippen oder sogar Spitäler.
Warum können Frauen nicht Freimaurer werden?
Die Freimaurerei entstammt der Handwerkerzunft der Steinmetze. Zu dieser Zunft waren Frauen nicht zugelassen. Die Freimaurerei ist grundsätzlich ein Männerbund geblieben. Allerdings gibt es auch Frauenlogen und gemischte Logen.
Wer gehört dem Freimaurerbund an?
Der Freimaurerbund umfasst Mitglieder aus allen Berufen, aus allen sozialen Schichten, aus verschiedenen politischen Lagern und aus allen religiösen Glaubensbekenntnissen.
Wie wird man Mitglied einer Loge?
Der Interessent stellt ein Aufnahmegesuch. Danach führen Mitglieder der Loge mehrere Gespräche mit ihm. Über Annahme oder Ablehnung entscheidet die Mitgliederversammlung. Die Aufnahme wird rituell vollzogen und mit dem Gelübde des Kandidaten besiegelt. Dieses enthält nichts, was den bürgerlichen Pflichten gegenüber Familie und Staat widerspricht. Es wird mit einer lebenslangen Mitgliedschaft gerechnet. Die einzelnen Schritte des Aufnahmeverfahrens erstrecken sich über mindestens sechs Monate.
Welche Pflichten übernimmt man als Freimaurer?
Bei der Aufnahme gelobt der Kandidat Verschwiegenheit. Dies betrifft sämtliche internen Angelegenheiten. Wer aufgenommen werden will, muss bereit sein, sich auf diese Verschwiegenheitspflicht einzulassen. Im Weitern wird erwartet, dass die Mitglieder an den Zusammenkünften ihrer Loge teilnehmen. Eine Freimaurerloge ist zudem - wie jeder andere Verein - auf die Mitarbeit ihrer Mitglieder angewiesen. So muss beispielsweise jemand die Loge leiten, ein Vorstand das Jahresprogramm festlegen und jemand die Kasse führen. Dass jedes Mitglied seinen finanziellen Verpflichtungen (Jahresbeitrag, Aufnahmegebühr) nachkommt, versteht sich von selbst.
Wie hoch sind die jährlichen Mitgliederbeiträge?
Der Durchschnitt in den meisten schweizerischen Logen beträgt rund 600 Franken.
|