Buch
  Geschichte der Schaffhauser Freimaurerei
 
 

Geschichte

Bereits im Jahre 1875 war durch den hauptsächlich in der welschen Schweiz tätigen AASR in Schaffhausen die Loge «Freier Rhein» gegründet worden, ohne sich um die bereits seit langem in Schaffhausen ansässigen Brüder der Loge «Akazia» in Winterthur zu kümmern und deren Einverständnis einzuholen. Die Aufnahme in die SGLA verzögerte sich dadurch bis zum Jahre 1877, wo sich dann auch die in Schaffhausen wohnhaften Brüder der Loge «Akazia» der neuen Loge anschlossen. Innerlich uneins, hielt die Loge «Freier Rhein» dem politischen Druck von aussen nicht lange stand und löste sich, trotz eines anfänglichen raschen Wachstums, 1887 wieder auf.

Gemäss den Protokollen der heutigen Loge «Sapere Aude» in Zürich (entstanden aus dem «Freimaurerbund zur Aufgehenden Sonne» in Nürnberg FZAS) gründeten die wenigen der Freimaurerei treu gebliebenen Brüder unter der Schirmherrschaft der FZAS kurz darauf das Kränzchen «Schaffhausen». Erst im Jahre 1925 schloss sich das Schaffhauser Kränzchen der «Sapere Aude» der Loge «Akazia» im Orient Winterthur an.

Während nahezu 100 Jahren versammelten sich Brüder aus Schaffhausen und Umgebung einmal im Monat zu maurerischen Vorträgen und Diskussionen in diesem Zirkel. Gelegentlich fand man sich auch mit den Schwestern und geladenen Gästen zu gesellschaftlichen Anlässen zusammen, und dank einer Armenkasse konnte sogar eine gewisse lokale Wohltätigkeit ausgeübt werden.

Ab 1963 bezeichnete sich das Kränzchen als «Freimaurer-Zirkel Akazia Schaffhausen», und 1968 gründeten dessen Mitglieder den «Verein St. Johann zur Gründung einer Freimaurerloge in Schaffhausen», der die materiellen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Logengründung schaffen sollte. Dies führte dann am 9. November 1981 zur Gründung der Loge «St. Johann am Rhein» und der Vorlage ihrer Statuten und Rituale bei der SGLA durch 19 Brüder aus den Reihen des Zirkels und des Vereins.

Anlässlich der 130. Grosslogentagung der SGLA in Basel wurde die Loge «St. Johann am Rhein» am 8. Mai 1982 in feierlicher Form als Loge Nr. 57 in die SGLA aufgenommen. Die Lichteinbringung erfolgte am 25. September 1982 durch den amtierenden Grossmeister Alain Marti in der historisch und kunstgeschichtlich bedeutenden Rathauslaube in Anwesenheit von über 100 Brüdern aus dem In- und Ausland.

Seither entwickelt sich die Loge zwar langsam, aber stetig und hat im Logenhaus der Odd Fellows am Schützengraben ein Heim gefunden. Nach wie vor verbinden uns brüderliche Bande mit unserer Mutterloge «Akazia», feiern wir doch noch immer gemeinsam das Winter-Johannisfest in Winterthur. Als Grenzlandloge ist es unser Anliegen, ständig brüderliche Kontakte zu den Bauhütten des süddeutschen Raumes zu halten und damit unseren Beitrag zur Erhaltung der Weltbruderkette zu leisten. Das modifizierte Schrödersche Ritual, nach dem die Loge arbeitet, verdankt sie der Loge «Panta Rhei» im Orient Basel. Die Loge «Akazia» hatte während eines Jahrhunderts alle Dokumente der damals bestehenden Loge «Freier Rhein» bewahrt. Heute befinden sich diese Schriftstücke im Archiv der Loge «St. Johann am Rhein», nachdem sie ihr bei der Gründung von der «Akazia» übergeben worden waren. Die Zahl der Brüder schwankt, wenn wir von der Aufbauphase der ersten Jahre einmal absehen, zwischen 35 und 40. Erfreulich ist der starke Zusammenhalt in unserer Loge, die in diesem Sinne als gefestigt bezeichnet werden kann.